Rapha Festive 500

Wer kennt es nicht: Von Weihnachten bis Silvester trifft man sich mit seiner Familie und egal, wann man wo ist, es gibt immer etwas zu essen. Von Braten über Kuchen zu Plätzchen. Die Zeit zwischen den Mahlzeiten verbringt man dann oft auf dem Sofa und schaut sich die üblichen Verdächtigen im Fernsehen an: “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”, “Die Geister, die ich rief”, “Das Wunder in der 8. Strasse”, “Schöne Bescherung”, “Santa Clause”, oder vielleicht sogar “Kevin - Allein zu Haus”…

Das ist nichts für mich! Das hat sich auch Rapha gedacht, der bekannte Hersteller von Velobekleidung, und hat schon vor einigen Jahren die Rapha Festive 500 als Alternative zum Sofa ins Leben gerufen. Dabei geht es darum, an insgesamt acht Tagen zwischen Heiligabend und Silvester mindestens 500 km (311 mi) auf dem Velo zurückzulegen. Nicht alle gemeinsam an einer Veranstaltung, sondern jeder für sich, dort wo er mag, mit wem er mag: alleine, mit Freunden, mit dem Club.

Dieses Jahr habe ich mich auch davon motivieren lassen, nach knapp zwölf Wochen ohne Velo-Tour endlich wieder auf mein geliebtes Gravelbike zu steigen und trotz nur 3 °C (37 °F) und vielen Regenschauern einige Kilometer in Angriff zu nehmen. Dabei habe ich natürlich wieder etwas dazugelernt:

  1. Im Winter trocknet durchnässte Kleidung weniger gut. Um am nächsten Tag gleich wieder auf die Piste zu gehen, brauche ich mehr Wechselkleidung.
  2. Ich durfte erneut lernen, wie langsam klitschnasse Veloschuhe trocknen. Triefend nasse Schuhe erneut anzuziehen, um anschliessend stundenlang durch die Kälte zu radeln: keine gute Idee! Meine neueste Anschaffung: ein Schuhtrockner.
  3. Ich trinke definitiv zu wenig. Im Sommer hilft mir die Hitze, genügend zu trinken. Im Winter, wenn es kalt ist, kommt der Durst viel zu spät. Vielleicht sollte ich mir die Erinnerungsfunktion von meinem Velocomputer mal genauer anschauen. Die könnte auch helfen, mir den Hungerast zuverlässiger vom Leibe zu halten.

Aber auch, wenn die Regenschauer der ersten Tage und meine oft noch feuchte Kleidung, gefolgt vom Dauerregen der letzten Tage, meine Motivation teilweise erfolgreich niedergekämpft hat, so bin ich dennoch an immerhin XXX Tagen unterwegs gewesen und habe insgesamt immerhin XXX km (XXX mi) geschafft! Mit vergleichsweise wenig Höhenmetern, aber ich hatte auch keine Lust (und nicht die richtigen Reifen), um durch Schnee zu graveln. Wenn ich in Relation setze, davor knapp drei Monate absolut nichts gemacht zu haben, kann ich schon etwas Stolz auf mich sein. Wenn es am nächsten Weihnachtsfest keinen Dauerregen gibt, schaffe ich vielleicht sogar die ganzen 500 km (311 mi)!

Dein
Marcus

Geschrieben am January 1, 2022